Geschichte der Kurpfalz

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Geschichte von Deidesheim


Gründung und Frühmittelalter

Der Name Deidesheim wurde 699 erstmals urkundlich erwähnt, obwohl der Ort in seiner heutigen Form erst im 13. Jahrhundert um die ehemalige Burg Deidesheim entstanden sein soll. Ab dem Jahr 770 ist der Weinbau in Deidesheim nachweisbar. Im frühen 19. Jahrhundert war Deidesheim der erste Ort in der Pfalz, dessen Weingüter Qualitätsweine anbauten. Heute ist Deidesheim eines der größten Weinbauzentren in der Pfalz.

Die erste Erwähnung des Ortsnamens erfolgte im Jahr 699 in einer Urkunde, in der der lotharingische Adlige Erimbert dem Kloster Weißenburg im Elsass (im heute französischen Wissembourg) Güter aus seinem Besitz vermachte. Weitere Erwähnungen finden sich in Urkunden der Abtei Fulda (770 oder 771) und der Abtei Lorsch (791), in der Deidesheim bereits als Weinbauzentrum genannt wird. Urkundliche Erwähnungen aus dem Früh- und Hochmittelalter beziehen sich jedoch auf verschiedene Siedlungsplätze, die nicht im heutigen Ort, sondern in einem größeren Gemeindegebiet um Deidesheim lagen.


Wann das heutige Deidesheim als Siedlung neben Niederkirchen entstand, ist nicht sicher bekannt; die beiden Zentren wurden erst durch den Bau der fürstbischöflichen Burg, Schloss Deidesheim, voneinander getrennt, wofür der erste Nachweis aus dem Jahr 1292 stammt. Die erste gesicherte Unterscheidung zwischen Niederdeidesheim - dem heutigen Niederkirchen - und Oberdeidesheim - dem heutigen Deidesheim - erfolgte erst im 13.

Im Frühmittelalter befand sich Deidesheim hauptsächlich im Besitz des genannten Erimbert und seiner Nachkommen. Unter ihnen befanden sich einige Grafen von Metz, oberlotharingische Herzöge und Salier, die fast 400 Jahre lang Besitz in Deidesheim hatten, bis Heinrich IV. (1056) und Markgräfin Mathilde von Toskana (1086) auf ihre Deidesheimer Besitzungen verzichteten und sie dem Domkapitel oder dem Kloster St. Guy in Speyer schenkten.


Weitere, aber weniger bedeutende Besitzungen in Deidesheim waren im Frühmittelalter im Besitz der Abtei Lorsch und des Bistums Worms.

Weitere Entwicklung

Wie die Akten des Bistums Speyer belegen, entwickelte sich Deidesheim schnell zu einem wirtschaftlich bedeutenden Zentrum, zu dem auch finanzkräftige Juden beitrugen, die bis zu den Pogromen in der Pestzeit um 1349 eine eigene Gemeinde mit Synagoge in Deidesheim unterhielten.

Mit dieser Entwicklung ging der Wunsch der Bürger einher, die aufblühende Gemeinde besser gegen Angriffe zu schützen, was schließlich 1360 durch den Speyerer Bischof Gerhard von Ehrenberg erfüllt wurde, als er Deidesheim das Befestigungsrecht verlieh. Am Valentinstag 1395 verlieh der böhmische König Wenzel (tschechisch Václav) Deidesheim die Stadtrechte. Diese wurden - wie damals üblich - nicht an die Stadt selbst, sondern an den Bischof von Speyer verliehen, da dieser der Stadtherr war.

Die Befestigung konnte der Stadt in Kriegszeiten nur begrenzten Schutz bieten. Die Stadt wurde 1396, 1460, 1525, 1552, mehrmals im Dreißigjährigen Krieg sowie 1689 und 1693 (Neunjähriger Krieg) erobert und dabei teilweise geplündert und in Brand gesetzt.

Frühe Neuzeit

Mit dem Einmarsch französischer Milizionäre fiel Deidesheim 1794 an Frankreich. Obwohl es 1795 von kaiserlichen Truppen zurückerobert wurde, fiel es bald wieder an Frankreich und blieb bis zum Zusammenbruch der napoleonischen Oberherrschaft im Jahr 1814 unter französischer Verwaltung. Nach der territorialen Neuordnung durch den Wiener Kongress gehörte Deidesheim ab 1816 als Teil des Rheinkreises, der ab 1838 den Namen Pfalz trug, zum Königreich Bayern. Im Jahr 1819 wurde der Außenbezirk Niederkirchen, der lange Zeit als Teil von Deidesheim galt, aus der Stadt ausgegliedert und ist seitdem eine eigenständige Gemeinde.

Im Jahr 1865 erhielt Deidesheim einen Anschluss an die neue Eisenbahnlinie Bad Dürkheim - Neustadt an der Weinstraße. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es weitere industrielle Errungenschaften. Jahrhunderts gab es weitere industrielle Errungenschaften: 1894 erhielt Deidesheim ein Gaswerk, 1896 eine elektrische Beleuchtung, 1897 ein elektrisches Ortsnetz und 1898 wurde die Stadt an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Ende des 19. Jahrhunderts verfügten zudem alle wichtigen Anwesen über einen Telefonanschluss.

Nach dem Ersten Weltkrieg, 1918, zogen französische Truppen in die Stadt ein. Truppenteile wurden hier einquartiert. Dies dauerte bis zum Rückzug Frankreichs aus dem Rheinland im Juli 1930 an.


Während des Zweiten Weltkriegs blieb Deidesheim zunächst von größeren Kriegsschäden verschont, doch dann, am 9. März 1945, kurz vor Kriegsende, wurde das örtliche Lazarett von einer Bombe getroffen, die neun Menschen tötete. Am 21. März 1945 zogen amerikanische Truppen in die Stadt ein und beendeten den Krieg, zumindest in Deidesheim.

Mit der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 1946 gehörte Deidesheim nicht mehr zu Bayern, sondern zu Rheinland-Pfalz. 1968 erhielt Deidesheim die Bezeichnung "Luftkurort".


Ein großes Medienecho erfuhr Deidesheim bei allen Besuchen hochrangiger ausländischer Staatsgäste, die der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zwischen 1989 und 1997 nach Deidesheim einlud. Oft wurde den Staatsgästen das Gericht Pfälzer Saumagen" serviert. Zu den Staatsgästen, die mit Kohl kamen, gehörten die britische Premierministerin Margaret Thatcher (April 1989), der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow (November 1990), der kanadische Premierminister Brian Mulroney (Juni 1991), der US-amerikanische Vizepräsident Dan Quayle (Februar 1992), der tschechische Präsident Václav Havel (Oktober 1993), der russische Präsident Boris Jelzin (Mai 1994), der britische Premierminister John Major (Oktober 1994) sowie der spanische König und die Königin Juan Carlos I. und Sofía (Juli 1997).

Seit Anfang 2009 ist Deidesheim als erste rheinland-pfälzische Stadt Mitglied der Cittàslow-Bewegung, die sich unter anderem die Verbesserung der Lebensqualität und die Förderung der kulturellen Vielfalt in den Städten zum Ziel gesetzt hat.


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