Geschichte der Kurpfalz

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Neustadt an der Weinstraße


Geschichte von Neustadt (an der Weinstraße)


Frühe Geschichte

Die ältesten Siedlungsspuren und archäologischen Funde deuten darauf hin, dass auf dem Gebiet der heutigen Stadt bereits Kelten lebten. Sie haben Ringwerke, Tongefäße, Münzen und Waffen hinterlassen, die aus der Zeit um 150 v. Chr. stammen.


Neustadt an der Weinstraße in der Nachkriegszeit

Für die Jahrhunderte nach dem Ende der römischen Herrschaft gibt es keine genauen Angaben, aber es ist bekannt, dass bereits vor der Gründung der eigentlichen Stadt Neustadt Dörfer bestanden: Winzingen, heute ein Stadtteil, wurde bereits 774 erwähnt. Auch die Teilorte Mußbach, Lachen-Speyerdorf, Geinsheim, Duttweiler und Hambach sind wesentlich älter als der Hauptort. Generell kann man sagen, dass die Geschichte Neustadts eng mit der Geschichte der Pfalz verbunden ist.

Das Mittelalter

Wenige Jahrzehnte nach seiner Gründung im frühen 13. Jahrhundert erhielt Neustadt am 6. April 1275 die Stadtrechte nach dem Vorbild von Speyer.

Im Spätmittelalter war Neustadt in vier Stadtteile gegliedert, deren Namen auf den Stand und die Berufe ihrer Bewohner hinweisen oder wichtige Ortsangaben enthalten:

Im Lauerviertel (von Loheviertel = "Gerberviertel") neben dem Speyerbach arbeiteten die Gerber. Das Kesselringviertel wurde nach einer einflussreichen Familie aus dem 14. Jahrhundert benannt. Im Frauenviertel befanden sich kirchliche Besitztümer, die unter dem Patronat von St. Marien standen. Die jüdische Gemeinde lebte im Judenviertel.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts entstanden weitere Viertel außerhalb der Stadtbefestigung: das Stadtgasserviertel, das Kirschgartenviertel und die Ägyptenvorstadt.

Reformation

Im Bauernaufstand drangen am 6. Mai 1525 aufständische Bauernbanden ungehindert in die Stadt ein.

Volksgemeinschaft in der Gauhauptstadt

Während der Reformation regierte Ludwig der Pazifist die Pfalz bis 1544 und bemühte sich um Versöhnung. Sein Religionsedikt von 1538 erlaubte den Lutheranern, zu predigen und das Abendmahl zu empfangen. Sein Bruder und Nachfolger, Friedrich der Weise, war ebenso versöhnlich. Erst unter seinem Nachfolger gab es streng protestantische Herrscher. Als Friedrich III. 1576 starb, hinterließ er eine Klausel in seinem Testament, dass sein lutherischer Sohn Ludwig VI. die Ämter Kaiserslautern und Neustadt nicht erben sollte, sondern dass sie stattdessen an seinen calvinistischen Bruder Johannes Casimir gehen sollten.

Das Casimirianum

Pfalzgraf Johann Casimir gründete 1578 das nach ihm benannte Neustädter Kolleg, das Casimirianum, weil sein lutherischer Bruder Ludwig die Heidelberger Universität von Calvinisten gesäubert hatte; Johann Casimir setzte sich für den reformierten Glauben ein und bot den verbannten Professoren und Studenten Asyl.


17. Jahrhundert

Die konfessionellen Auseinandersetzungen wurden im folgenden Jahrhundert nicht mehr nur mit Argumenten, sondern auch mit Waffen ausgetragen, und die Pfalz wurde von einem Feldzug nach dem anderen heimgesucht. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Neustadt sechsmal erobert: 1622 von den Spaniern, 1631 von Schweden, 1635 von kaiserlichen Truppen, 1638 von Truppen Herzog Bernhards von Weimar, 1639 von den Franzosen unter Feldmarschall Henri II. d'Orleans, Herzog von Longueville und 1644 erneut von den Franzosen. Jedes Mal versuchten die Besatzer, ihr Bekenntnis zu erzwingen.

Im Gegensatz zu anderen pfälzischen Städten überstand Neustadt den Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689-1697) nahezu unbeschadet.

18. und 19. Jahrhundert


Im 18. Jahrhundert verlor die Stadt ihr mittelalterliches Aussehen, da die militärisch überholten und überflüssigen Stadtmauern abgerissen wurden. Als 1722 die Staatsstraße nach Mannheim, die neue Residenz des Kurfürsten, gebaut wurde (heute die B 38), wurde 1723 die nördliche Stadtmauer durchstoßen.

Nach der Eroberung des linken Rheinufers während der Französischen Revolution 1797/98 wurde Neustadt nur noch ein unbedeutender Verwaltungssitz, die Kantonshauptstadt des Departements Donnersberg.


1815 wurde Neustadt bis 1945 Teil des Königreichs Bayern, zusammen mit der übrigen Pfalz, die einer von 8 bayerischen Bezirken war (Rheinkreis). Ab 1837 wurde der Bezirk in Pfalz umbenannt. Infolge dieser Neueinteilung wurde die Stadt 1818 Sitz eines Landkommissariats (ab 1862 Bezirksamt und ab 1939 Landkreis genannt). Im Jahr 1832 fand das Hambacher Fest in der Nähe der Stadt statt. Im Jahr 1847 wurde Neustadt durch die Pfälzische Ludwigsbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

20. Jahrhundert

Während der deutschen Revolution von 1918 wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Drei Delegierte wurden zu Kurt Eisner, dem Ministerpräsidenten des neu gegründeten Volksstaates Bayern, entsandt. Bei diesen Delegierten handelte es sich um ein Mitglied der Sozialdemokratischen Mehrheitspartei Deutschlands, ein Mitglied der aufstrebenden Deutschen Volkspartei und einen dritten, der mit den Interessen des örtlichen Weinhandels verbunden war.[4] Eisner nahm ihre Anliegen jedoch nicht zur Kenntnis, und obwohl er später beteuerte, dass die Pfalz ein integraler Bestandteil Bayerns sei, trug diese Gleichgültigkeit dazu bei, separatistische Gefühle in der Region zu schüren.

Gemäß dem Waffenstillstandsabkommen fiel die Pfalz während der Besetzung des Rheinlandes in die französische Zone. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs besetzte das siamesische Expeditionskorps Neustadt.

Im Jahr 1920 trennte sich Neustadt, wie sechs andere Städte in der Pfalz, von seinem Bezirksamt und wurde eine unabhängige Stadt.

Die Rolle Neustadts in der Zeit des Nationalsozialismus begann 1927, als die Stadt Sitz des Gauleiters der NSDAP wurde. Diese Funktion behielt sie de facto bis 1945, obwohl 1939 Kaiserslautern zur Gauhauptstadt ernannt wurde und auch die 1940 aus den pfälzischen und saarländischen Verwaltungen in Speyer und Saarbrücken gebildeten und vom Gauleiter in Personalunion geführten Landesbehörden ihren Sitz nicht in Neustadt hatten.



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Neustadt an der Weinstraße in alten historischen Messtischblättern

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