Geschichte der Kurpfalz

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Geschichte von Simmern

Im Jahr 1072 wurde Simmern erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort, an dem die Stadt heute steht, war jedoch bereits in römischer Zeit besiedelt. Es gibt anscheinend Erwähnungen vor dem 11. Jahrhundert, die jedoch nicht eindeutig mit der Stadt in Verbindung gebracht werden können und sich wahrscheinlich auf den Simmerbach, den örtlichen Fluss, beziehen. Simmern lag an der wichtigen Heerstraße von Bingen nach Trier.


Simmern. Streiflichter einer Stadt

Vermutlich mit Hilfe von Erzbischof Baldwin erhielt Simmern 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern die Stadtrechte verliehen. Die Wochen- und Jahresmärkte zogen bald Händler aus dem ganzen Hunsrück in die Stadt, was zu einem florierenden Handel und Gewerbe führte. Mit der Verleihung der Stadtrechte erhielt die Stadt auch das Recht, sich zu befestigen, was sie mit einer mächtigen doppelten Stadtmauer mit einer Reihe von Türmen und Toren tat. Noch vor Ende des 14. Jahrhunderts fiel Simmern an die Pfalzgrafen aus dem Hause Wittelsbach.

Die pfälzischen Wittelsbacher waren ab 1356 Kurfürsten und teilten sich nach dem Tod des Kurfürsten und römischen Königs Ruprecht III. in mehrere Linien auf, darunter auch die Linie Pfalz-Simmern, die ihre Residenz in der Stadt behielt. Erwähnenswert sind die Herzöge Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken, Friedrich I. von Pfalz-Simmern, Johann I. und vor allem Johann II. Er regierte in Simmern von 1509 bis 1557, war humanistisch und künstlerisch gebildet, ließ die erste Druckerei der Stadt errichten und förderte die Künste, insbesondere die Bildhauerei. Er führte auch die Reformation in seinem Herzogtum ein, was zu Spannungen mit den benachbarten Erzbistümern Trier und Mainz führte. Auf ihn folgte Friedrich III., genannt "der Fromme", der 1563 zum Calvinismus übertrat und eine führende Rolle in der Reichspolitik spielte. 1559 trat die Linie Pfalz-Simmern die Nachfolge der inzwischen erloschenen Hauptlinie der Pfalz in der Kurwürde von Heidelberg an. Die Brüder Friedrichs III., Georg und Reichard, bildeten die kurzlebige Linie der Pfalzgrafen von Simmern-Sponheim, deren Besitzungen nach dem Tod Reichards 1598 unter Friedrich IV. an das Kurfürstentum zurückfielen.

Kriege in der Pfalz

Der Sohn Friedrichs IV., Friedrich V., wurde zum König von Böhmen gewählt - Böhmen war eine Wahlmonarchie -, geriet aber bald in Konflikt mit den gegen ihn gerichteten Kräften, insbesondere mit der Katholischen Liga und dem Heiligen Römischen Kaiser selbst, Er war nicht nur gezwungen, nach nur einem Jahr auf dem böhmischen Thron angesichts dieser Mächte aus Böhmen zu fliehen (was ihm den spöttischen Beinamen "Winterkönig" einbrachte), sondern er sorgte auch dafür, dass die Kurpfalz in den Dreißigjährigen Krieg hineingezogen wurde. Der Kaiser erklärte auch alle Besitzungen Friedrichs innerhalb des Heiligen Römischen Reiches für verfallen. Sein Besitz in der rheinischen Pfalz wurde indes mit der Gründung der jüngeren Linie von Pfalz-Simmern durch seinen Bruder Ludwig Philipp 1611 wieder aufgeteilt, doch auch diese ging mit dem Tod von Ludwig Philipps Sohn Ludwig Heinrich 1673 wieder an die Hauptlinie unter Karl I. Ludwig über, der im Westfälischen Frieden den Kurfürstentitel zurückgewann.


Als Karls Sohn Karl II. 1685 starb, kam es jedoch zu weiteren Umwälzungen, denn mit ihm war die pfälzische Linie der Wittelsbacher ausgestorben, und Frankreich meldete nun Besitzansprüche an. Elisabeth Charlotte, Prinzessin von der Pfalz (bekannt als Liselotte von der Pfalz), die Schwester Karls II. und in den Augen Frankreichs die rechtmäßige Erbin, war mit Herzog Philippe I., Herzog von Orléans, dem Bruder von König Ludwig XIV. verheiratet. Da auch die pfälzisch-neuburgische Linie der Wittelsbacher Anspruch auf das Simmerner Erbe erhob, brach 1688 der Neunjährige Krieg (in Deutschland als Pfälzischer Erbfolgekrieg bekannt) aus, in dem die Franzosen weite Teile der Pfalz verwüsteten.

Das Neue Schloss Simmern, erbaut zwischen 1708 und 1713 als Sitz des pfälzischen Oberamtmanns

1685 fiel das Herzogtum Simmern an die pfälzisch-neuburgische Linie. Dieses Adelshaus führte den katholischen Glauben wieder ein und beauftragte die Bopparder Karmeliter mit der Seelsorge an den Katholiken in der Stadt Simmern und dem gleichnamigen Oberamt.


Sie errichteten die St. Josefskirche. Nicht lange zuvor war die Stadt Simmern selbst von zahlreichen Hugenotten überschwemmt worden, die vor der religiösen Verfolgung in Frankreich geflohen waren. Am 17. September 1689 überrannten die französischen Truppen die Stadt und legten sie fast vollständig in Schutt und Asche. Die palastartige Residenz wurde wie die in Heidelberg in Schutt und Asche gelegt. Nach dieser Katastrophe blieben nur die Stephanskirche, der Pulverturm (später "Schinderhannes" genannt) und eine Handvoll Häuser stehen. Dennoch setzten sich die Wittelsbacher durch und blieben gemäß dem Vertrag von Ryswick die Herrscher der Pfalz.


18. bis 20. Jahrhundert

Nach der Französischen Revolution erobern die Franzosen erneut die Pfalz, die sie zusammen mit dem übrigen linken Rheinufer ihrem Land einverleiben. Simmern wurde ein Kanton im Departement Rhin-et-Moselle. Durch die regelmäßigen Patrouillen der neu gegründeten Nationalen Gendarmerie wurde Johannes Bückler, später ein bekannter Räuber und oft "Schinderhannes" genannt, gefasst, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nur ein kleiner Viehdieb im Hunsrück und in der nördlichen Pfalz war.


Im Jahr 1804 hielt sich Kaiser Napoleon I. in der Stadt auf, die inzwischen eine Stadtverwaltung nach französischem Recht erhalten hatte. Im Jahr 1815 wurde Simmern auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen.

Die Lage der Stadt im 19. Jahrhundert, abseits der Zentren der Industrialisierung, war nicht einfach, erst recht nicht ab 1845, als die Kartoffelfäule und die damit verbundenen Missernten viele Einwohner dazu brachten, ein besseres Leben in der Neuen Welt zu suchen.

Im Ersten Weltkrieg war Simmern ein wichtiger Stützpunkt für die an die Westfront ziehenden Truppen. In der Weimarer Zeit, als die Stadt ebenfalls erneut von den Franzosen besetzt wurde, litt Simmern unter der schlechten wirtschaftlichen Lage dieser Zeit.


Seit 1946 ist Simmern Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit dem 1. Juni 1980 trägt die Stadt den Namensbestandteil "Hunsrück".


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